Nichts – Was im Leben wichtig ist [2022] Kritik

TitelNichts Was im Leben wichtig ist
Genre Drama, Thriller
Jahr2022
FSK16
RegieTrine Piil Christensen, Seamus McNally

Heimkinostart: 25.05.2023

Nihilismus und Weltschmerz einer ganzen Generation

Schon die Veröffentlichung des für „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ als Grundlage dienenden, gleichnamigen Jugendbuchs löste vor wenigen Jahren einen mittelschweren Skandal aus. Die Geschichte über eine Gruppe von Jugendlichen, die zunehmend jegliche moralischen Werte über Bord wirft, um dem Leben eine Sinnhaftigkeit zu geben, dürfte in seiner filmischen Form nicht weniger zwiespältig aufgenommen werden. Während Grenzüberschreitungen in Filmen wie dem verstörenden Homophobie-Drama „Animals“ oder dem niederschmetternden Nazi-Thriller „Soft & Quite“ einem übergeordnetem Zweck dienen und als ungeschöntes Abbild der grausamen Realität eine Daseinsberechtigung bekommen, wirkt die dänische Romanadaption wie eine gezielte, banale Provokation mit einer mehr als fraglichen Botschaft.

Nichts – Was im Leben wichtig ist ©EuroVideo

Und darum geht es…

Pierre Anthon und seine Klassenkameraden sind gerade in die 8. Klasse gekommen, als er erklärt, dass nichts im Leben eine Bedeutung hat, die Schule verlässt und sich auf einen Baum setzt, von dem er nicht mehr herunterkommen will. Dies löst bei seinen Klassenkameraden eine existenzielle Krise aus. Sie beschließen, ihre wertvollsten Besitztümer zu sammeln, um Pierre Anthon davon überzeugen, dass er sich irrt. Eine gefährliche, beunruhigende und kontroverse Studie über das, was wirklich zählt, hat begonnen. Was mit unschuldigen Opfergaben beginnt, entwickelt sich bald zu einer Spirale psychologischer Gewalt: Je schmerzhafter das Opfer ist, desto mehr bedeutet es und desto mehr wird vom nächsten in der Reihe verlangt. (EuroVideo)

Nichts – Was im Leben wichtig ist ©EuroVideo

Zweifelhafte Botschaft, große Schockwirkung

„Nichts – Was im Leben wichtig ist“ ist ein zweischneidiges Schwert. Das verstörende Coming of Age-Drama, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman der dänischen Autorin Janne Teller, ist als bedrückend-radikaler Schlag in die Magengrube einerseits überaus effektiv und fängt die Tristesse einer vergessenen Generation, auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit des Lebens, überaus stimmig ein, verzettelt sich dabei aber in unnötig grausamen Provokationen unter dem Deckmantel einer leicht falsch zu verstehenden Botschaft. Was bleibt, ist an die Nieren gehender Horror, der ohne den diffusen Subtext als Studie verhaltensauffälliger Jugendlicher vermutlich hervorragend funktioniert hätte.

Nichts – Was im Leben wichtig ist ©EuroVideo

Die Grenzen zwischen den Deutungen verschwimmen – ob beabsichtigt oder nicht. Während sich „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ zunächst als mahnender Zeigefinger deuten lässt, um den Bedürfnissen und Ängsten der Jugend endlich Gehör zu schenken, verlagert das zunehmend populistische Drama den Fokus der Schuldfrage und lässt sich leicht als polemischer Aufrufen für eine strengere elterliche Hand lesen. Der verrohten Jugend fehlt es an Werten und Normen. Das Ergebnis: Sodom und Gomorrha. Selbst wenn die Intention dahinter eine andere war, bleibt ein fahler Nachgeschmack. „Ist das Kunst oder Provokation?“ stellt sich „Nichts – Was im Leben wichtig ist“ am Ende selbst die Frage. Die Antwort ist eindeutig..

Nichts – Was im Leben wichtig ist ©EuroVideo

Fazit

Atmosphärisch & bedrückend, aber nicht auf die gute Art…

Bewertung: 2.5 von 5.

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