| Titel | Missing |
| Genre | Thriller |
| Jahr | 2023 |
| FSK | 12 |
| Regie | Nicholas D. Johnson, Will Merrick |
Heimkinostart: 29.05.2023
Spannung im digitalen Korsett
Laut aktuellen Statistiken verbringen Menschen in Deutschland durchschnittlich zehn Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Somit spielt sich ein großer Teil unseres Lebens am Smartphone, dem Laptop oder dem TV-Gerät ab. Da ist es mehr als naheliegend, dass dies auch Einfluss auf das Medium Film nimmt. Mit „Missing“ liefern die Regisseure Nicholas D. Johnson und Will Merrick bereits ihren zweiten Desktop-Thriller nach „Searching“, der ausschließlich auf dem Bildschirm bzw. dem Smartphone abspielt.

Und darum geht es…
Als ihre Mutter während eines Urlaubs mit ihrem neuen Freund in Kolumbien plötzlich verschwindet, werden Junes Nachforschungen von internationaler Bürokratie behindert. Während sie tausende Kilometer entfernt in Los Angeles feststeckt, nutzt June auf äußerst kreative Weise die neueste Technologie, die ihr zur Verfügung steht, um ihre Mutter zu finden, ehe es zu spät ist. Doch je tiefer sie gräbt, desto mehr Fragen als Antworten fördern ihre digitalen Recherchen zutage. Während sie mehr und mehr Geheimnisse über ihre Mutter aufdeckt, wird ihr klar, dass sie sie eigentlich nie so richtig gekannt hat. (Sony Pictures)

Ein solider Desktop-Thriller
Wie üblich für das Subgenre des Desktop-Thrillers, muss man sich auf bei „Missing“ zunächst einmal darauf einlassen, dass sich das Leben der Protagonistin scheinbar fast ausschließlich am Laptop abspielt. Während Ottonormalverbraucher*inne sich vielleicht einmal im Schaltjahr zur Videotelefonie hinreißen lassen und Social-Media und Textnachrichten ausschließlich am Smartphone nutzen, multitasket sich June unbeirrt durch Ihren Desktop, als gäbe es nichts anderes in Ihrem Leben. Der Einfluss auf den konstant hohen Unterhaltungswert ist dabei marginal. Dafür offenbart „Missing“ in Sachen Glaubwürdigkeit einige Ungereimtheiten.

Während deutlich bessere Genrevertreter wie die beiden Unknown User-Teile von der sich beinahe in Echtzeit abspielenden Ereignissen profitieren, hat „Missing“ durch den sich über mehrere Wochen streckenden Plot deutlich mehr mit Logiklöchern zu kämpfen – ein Problem, das sich in „Searching dank eines cleveren Skriptes noch vermeiden ließ. So fällt“ Missing“ über weite Strecken zwar ebenfalls spannend aus und kann dabei mit unvorhersehbaren Wendungen überraschen, und doch wirkt die Geschichte ziemlich konstruiert und im Finale schließlich fast schon an den Haaren herbeigezogen. Wer seine Freude mit den genannten, ähnlich angelegten Filmen hatte, wird auch mit „Missing“ nichts falsch machen, auch wenn er sich qualitativ doch deutlich darunter einordnen muss.

Fazit
Auch wenn „Missing“ immer mit der Glaubwürdigkeit zu kämpfen hat, bietet der Thriller spannende Unterhaltung!
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