| Titel | Offseason – Insel des Grauens |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 16 |
| Regie | Mickey Keating |
Heimkinostart: 28.04.2023
John Carpenter und Lucio Fulci lassen grüßen!
Trotz seines noch jungen Alters kann der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Mickey Keating bereits auf eine recht große Filmografie zurückblicken. Mit gerade einmal 33 Jahren umfasst seine Vita bereits sechs abendfüllende Spielfilme, die sich allesamt mal mehr, mal weniger akribisch durch die Filmgeschichte des Horrors zitieren. Vor allem die Altmeister John Carpenter und Lucio Fulci scheinen es dem Horrorfan angetan zu haben, was sich auch in seinem jüngsten Film, dem inszenatorisch stark an „The Fog“ angelehnten Gruselfilm „Offseason – Insel des Grauens“ bemerkbar macht. Doch kann Keating in die großen Fußstapfen treten?

Und darum geht es…
Marie erhält eine mysteriöse Nachricht, dass das Grab ihrer Mutter auf der entlegenen Lone Palm Island verwüstet worden ist. Mit ihrem Freund George kommt sie gerade auf der nebelverhangenen Insel an, bevor die einzige Brücke bis zur nächsten Feriensaison geschlossen wird. Schnell dämmert es Marie, dass an dem einsamen Ort und seinen feindseligen Bewohnern etwas faul ist. Und findet sich in einem Albtraum wieder, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint… (Pandastorm Pictures)

Horror auf Sparflamme, statt Slow Burn!
Wenn Marie durch die verlassenen Straßen der von der Außenwelt abgeschotteten Insel rennt und sich dabei durch das Dickicht der flächendeckenden Nebelschwaden arbeitet, entzückt „Offseason“ zunächst mit einem äußerst ansehnlichen Gewand, das man so bei einem Heimkino-Release nicht unbedingt hat kommen sehen. Das entsättigt-blaue Setting wird dabei einzig durch das stechende Rot vereinzelter Leuchtreklamen oder dem flackernden Licht der Warnleuchten durchbrochen. Ganz genauso muss Horror aussehen! Vom atmosphärischen Szenenbild des an den kosmischen Horror von H. P. Lovecraft angelehnten Mysteryfilms kann sich selbst die Videospielverfilmung „Silent Hill“ – rein optisch gibt es eindeutige Parallelen – noch eine Scheibe abschneiden. Nur schade, dass sich hinter dem dichten Nebel ein äußerst fragiles Konstrukt verbirgt…

Dass es Mickey Keating dennoch nicht gelingen mag, aus dem ansprechenden Ambiente genügend Atmosphäre zu entlocken, liegt daran, dass er inhaltlich wenig zu erzählen hat und seine zusammengeschusterte Geschichte kaum vorantreibt. Während die visuellen Referenzen an das Horrorkino der 70er und 80er Jahre noch fruchten können, sieht es beim altbackenen Plot ganz anders aus. „Offseason“ hangelt sich uninspiriert durch die Filmografie bekannter Horror-Großmeister wie John Carpenter und Lucio Fulci, ohne dabei eine Stringenz zu finden. Spannung und Horror bleiben auf Sparflamme und die Figuren an der Oberfläche, fast so wie die dichten Schwaden der Nebelmaschine, die unbeirrt weiter arbeiten, solange bis der Abspann beginnt. Der Nebel verflüchtigt sich und mit ihm auch sämtliche Erinnerungen an diesen schnell zu vergessenden Film…

Fazit
Unter der schönen Oberfläche herrscht gähnende Leere!
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