Shelter – Gefangene der Angst [2021] Kritik

TitelShelter – Gefangene der Angst
Genre Thriller, Horror
Jahr2021
FSK16
RegieSean King O’Grady

Heimkinostart: 28.04.2023

Hurra die Welt geht unter!

Von den Produzenten von “Saw” und “Birdbox”. Sätze wie dieser machen sich natürlich immer gut auf dem Blu-ray-Cover – so auch auf dem, des bald im Heimkino erscheinenden psychologischen Kammerspiels “Shelter – Gefangene der Angst”. Wer sich jedoch zwei Minuten Zeit nimmt, um einen kurzen Blick auf IMDb zu werfen, wird schnell merken, dass Versprechen wie diese längst kein Garant für eine gehaltvolle Aussage sind. Von insgesamt fünfzehn Produzent*innen, die Teil der Entstehung des Genrefilms waren – oder auch nur ein paar Mark Fünfzig mit in den Topf geworfen haben – waren genau zwei an den genannten Horrorfilmen beteiligt, die ebenfalls nicht alleine von ihnen produziert wurden. Genau solche Fällen zeigen, dass reißerische Parolen wie diese eben längst kein Qualitätssiegel sein müssen – ein Fakt, der anhand der nachfolgenden Besprechung nochmal deutlich wird.

Shelter – Gefangene der Angst ©Lighthouse Film

Und darum geht es…

Nachdem Melissa und ihre Familie während eines Sturms im Badezimmer Zuflucht gesucht haben, werden sie plötzlich in dem Raum eingesperrt und können ihn aus eigener Kraft nicht mehr verlassen. Als eine bösartige Macht versucht von außen einzudringen, vermutet Melissa, dass ihre Freundin etwas mit dem Unheil zu tun haben könnte, das gerade über sie hereinbricht. (Lighthouse Film)

Shelter – Gefangene der Angst ©Lighthouse Film

Vor der Haustür lauert der Tod – dahinter die Langeweile

Das Konstrukt Familie ist schon etwas Schönes und doch kann sich dieser vermeintlich sichere Zufluchtsort auch schnell als ein schwer zu entrinnendes Gefängnis erweisen. Ob sich die ausweglose Situation, in der sich die vierköpfige Familie plötzlich wiederfindet, als Metapher für ihr wackeliges Familienidyll oder sogar häusliche Gewalt auslegen lässt, sei mal dahingestellt – genügend Hinweise darauf lassen sich in „Shelter – Gefangene der Angst“ jedenfalls finden. Beginnend beim toxischen (vermeintlichen) „Familienoberhaupt“, über die Selbstverletzung der Tochter bis hin zur untreuen Ehefrau liefert “Shelter – Gefangene der Angst“ jedenfalls genügend Motive dafür – besonders nachvollziehbar ist davon jedoch keines. Somit wird das Endzeit-Kammerspiel zum Gefangenen seines eigenen fragilen erzählerischen Rahmens, welcher jeglichen Subtext – wozu sich auch die blasse Coming-of-Age-Thematik rund um die in Rückblenden erzählt Leidensgeschichte Melissas zählen lässt – im Keim erstickt.

Shelter – Gefangene der Angst ©Lighthouse Film

Statt in seiner Deutung nebulös zu bleiben, driftet “Shelter – Gefangene der Angst“ immer mehr in Okkult-Horror ab und bekräftigt damit schließlich sogar recht eindeutig sein uninteressantes Weltuntergangsszenario. Was “Shelter – Gefangene der Angst“ letzten Endes das Genick bricht, ist dem schwachen Cast – diese Form des Overactings sollte man dann wennschon Nicolas Cage überlassen – und den oberflächlichen Figuren zuzuschreiben. Sowohl der Horror als auch das Drama werden von unfreiwilliger Komik überlagert, die einen den vorangegangenen, als gewollt verzeichneten humoristischen Unterton noch einmal überdenken lässt. Was bleibt, ist ein schwerfälliges Kammerspiel, das den Horror vor der Haustür der Fantasie des Publikums überlässt. Das dürfte jedoch viel zu sehr damit beschäftigt sein, sich an den unzähligen Ungereimtheiten abzuarbeiten.

Shelter – Gefangene der Angst ©Lighthouse Film

Fazit

Ein unfreiwillig komisches Endzeitkammerspiel!

Bewertung: 1.5 von 5.

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