| Titel | Year of the Shark |
| Genre | Komödie |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 16 |
| Regie | Ludovic Boukherma, Zoran Boukherma |
Heimkinostart: 20.04.2023
Mehr Delfintheraphie als Hai-Horror
Es gibt Hai-Filme, und es gibt Hai-Filme. Während sich die Einen ihrer Trashigkeit durchaus bewusst sind und die gefräßigen Meeresräuber gerne auch mal mit mehreren Köpfen ausstatten, sie mit anderen Tierarten kreuzen oder direkt in eher untypische Gefilde wie Sand oder Schnee umsiedeln, bemühen sich die Anderen bodenständig zu bleiben, um daraus einen ernstzunehmenden Überlebenskampf auf hoher See zu entspinnen. Die Frage, die sich nach der Sichtung von „Year of the Shark“ stellt, ist nun, in welcher Kategorie sich der französische Film selbst sieht – doch die Antwort darauf, scheint er selbst nicht zu wissen…

Und darum geht es…
Für Maja steht ihr schlimmster Albtraum bevor. Sie soll frühzeitig in Rente, obwohl sie ihren Job als engagierte Ordnungshüterin bei der Küstenwache über alles liebt. Ihr Mann Thierry hat bereits den Entspannungsurlaub auf dem Campingplatz mit Mobile Home geplant und freut sich auf ihre entspannte gemeinsame Zukunft. Doch als ein Hai in der Bucht die Urlauber und die komplette Küste in Alarmbereitschaft versetzt, wittert Maja ihre Chance. Kurzerhand verschiebt sie ihren Ruhestand und begibt sich mit ihren jungen Kolleg*innen Eugénie und Blaise auf eine neue Mission.. (EuroVideo)

Wenn das Drama an der Oberfläche bleibt wie eine Haifischflosse
Wer sich auf das im positiven Sinne alberne Artwork der Blu-ray von „Year of the Shark“ verlässt und die Disc in Erwartung eines, um eine Brise spaßigen Hai-Horror erweiterten „Super Troopers“-Ableger, nur eben mit trotteligen Beamt*innen der französischen Küstenwache anstelle spätpubertärer State Troopers, einlegt, wird schnell eines Besseren belehrt. „Year of the Shark“ ist weder beißende Parodie noch unterhaltsamer Hai-Trash, noch wird er dem Begriff Horror oder Komödie im herkömmlichen Sinne gerecht. Selbst der naheliegende Verdacht, dass sich die Gebrüder Boukherma für ihren eigenwilligen Haifilm an die skurrilen Werke ihres Landsmanns Quentin Dupieux halten, der zuletzt mit dem schrägen „Mandibules“ entzücken konnte, erweist sich als falsch. Doch was ist „Year of the Shark“ nun eigentlich für ein Film?

Kurz gesagt, ein ziemlich belangloser. Der tonal äußerst diffuse 90-Minüter weiß mit seiner Zeit erschreckend wenig anzufangen. Trotz der sonderlich gemeinten Figuren, die abgesehen von ihrem seltsamen Aussehen keinerlei schrulligen Eigenschaften mit sich bringen, verfolgt das Skript eine viel zu ernst gemeinte Geschichte. Eine große Nase, ein ausladendes Gebiss oder eine fensterglasdicke Brille alleine machen einen Charakter nicht gleich zu einem skurrilen Sonderling. Während die meisten vermutlich nicht lange zögern würden, wenn es darum geht, mit 50 in den Ruhestand zu gehen, kann Maja einfach nicht loslassen. Ihre Geschichte, inklusive ihrem persönlichen Moby Dick in Form des titelgebenden Hais, reicht alleine nicht aus, um über die erdrückende Langeweile hinwegzusehen und unterfüttert diese sogar noch mit einem oberflächlichen Charakterdrama, das im Grunde keines ist. Klischeebehaftet, unspektakulär und nicht einmal im Ansatz komisch. Aber hey, am Ende gibt’s dann doch noch bisschen lahme Hai-Action zu sehen. Immerhin…

Fazit
Weder Klamauk noch Drama – und von Horror keine Spur, daran ändern auch die generischen letzten Minuten samt Hai-Attacke nichts!
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