| Titel | The Lair |
| Genre | Horror, Action |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 18 |
| Regie | Neil Marshall |
Heimkinostart: 19.05.2023
Kann Neil Marshall endlich zu alten Stärken zurückkehren?
Während andere Regisseur*innen klassischerweise bei der niedrigsten Sprosse der Karriereleiter einsteigen, um sich Stück für Stück nach oben zu arbeiten, liegt der Verdacht nahe, dass sich Neil Marshall mit seinem Einstand in die Filmwelt versehentlich auf der falschen Seite eingefunden hat. Nach seinem kultigen Werwolf-Actioner „Dog Soldiers“ und dem beklemmenden Horror-Meisterwerk „The Descent“ ging es für den britischen Regisseur qualitativ stetig bergab.

Von der Klasse vergangener Tage war in Marshalls völlig misslungener Comicverfilmung „Hellboy: Call of Darkness“ nichts mehr zu spüren und auch sein letztes Werk „The Reckoning“, in dem seine leider nur bedingt begabte Partnerin Charlotte Kirk die Hauptrolle übernahm, entpuppte sich als alberne Horror-Gurke. Mit „The Lair“ steht nur ein weiterer Film der einstigen Horror-Hoffnung aus Großbritannien in den Startlöchern – und auch der steht unter keinem guten Stern. Die ersten Pressestimmen von Übersee verheißen nichts Gutes und die erneute Beteiligung seiner Herzdame Kirk bestärken dieses ungute Gefühl. Berechtigte Zweifel, die sich dennoch schnell in Wohlgefallen auflösen.

Und darum geht es…
Die Royal Air Force-Kampfpilotin Kate Sinclair wird in Afghanistan über einer gefährlichen Rebellenhochburg abgeschossen. Auf ihrer Flucht vor ihren Angreifern stößt sie auf einen alten, versigelten Bunker, in dem offenbar Experimente mit Aliens durchgeführt wurden. Was einst als lebendige Kriegswaffe herangezüchtet werden sollte, erwacht nun zum Leben und will nur eins: töten! Doch als die Kreaturen aus dem Bunker ausbrechen und den Kommandoposten angreifen, bricht die Hölle los… (SquareOne Entertainment)

Cheese Monster-Horror-Action, die Spaß macht!
Never change a winning team! Man könnte fast meinen, Neil Marshall hätte für seinen Action-Horror-Hybriden „The Lair“ kurzerhand seine aus „The Descent“ bekannten Monster aus der Hölle gelassen, um sie nach einer strengen Anabolika-Kur in guter alter „Dog Soldiers“-Manier in den Kampf mit einer Gruppe Soldat*innen zu schicken. Das Ergebnis ist spaßiger, wenn auch sinnbefreiter Edel-Trash, der sich in Sachen Unterhaltungswert deutlich von den meisten B-Movie-Creature-Features abhebt, auch wenn er inhaltlich absolut nichts Neues zu erzählen hat.

Der Verstand sagt nein, doch dem Herz ist das egal. „The Lair“ als guten Film anzupreisen, gleicht eigentlich einem Verbrechen an der eigenen Integrität als Filmkritik*in. Weder das Skript, noch der Cast könnten einer kritischen Betrachtung standhalten und doch gelingt Marshall das Kunststück, die offensichtlichen Makel größtenteils zu überspielen. „The Lair“ ertränkt seine Schwächen in einem Dauerfeuer aus spaßiger Monster-Action, mit handgemachten Splatter-Effekten und cheese One-Linern. Wer mit dem Betätigen der Play-Taste gleichzeitig auch das Hirn ausschaltet, kommt in den Genuss unterhaltsamer, stupider Old-School-Monster-Action ohne großen CGI-Einsatz und dafür umso mehr praktischen Effekten. Ein klassischer Fall von Guilty Pleasure.

Fazit
Launiges Creature-Feature ohne Sinn und Verstand – und dafür umso mehr Unterhaltungswert!
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