| Titel | The Outwaters |
| Genre | Horror, Sci-Fi |
| Jahr | 2022 |
| FSK | ungeprüft |
| Regie | Eric Pennycoff |
Heimkinostart: unbekannt
„Blaze“ wurde im Rahmen des 10. Hard:Line Film Festivals gesichtet.
Im Pfarrhaus ist die Hölle los!
Der April macht, was er will! Auch wenn bereits die ersten Sonnenstrahlen des Jahres der noblen Winterblässe den Kampf ansagen und einen kleinen Vorgeschmack auf den nahenden Frühling geben, ist ein plötzlicher zweiter Wintereinbruch in Anbetracht des wechselhaften Aprilwetters keine Seltenheit. Wo der Winter ist, ist auch die Weihnachtszeit nicht weit, also wieso sich nicht einfach mal zurückbesinnen auf die vergangenen Festtage, mit “The Leech” noch einmal Revue passieren lassen? Festliche Stimmung sollte man in Eric Pennycoffs weihnachtlicher Horrorkomödie jedoch nicht erwarten.

Und darum geht es…
Father David ist ein frommer Priester, aber seine Gottesdienste bleiben leer. Weil Weihnachten ist, fühlt er sich verpflichtet, seine Demut auf besondere Weise zu demonstrieren. Kurzerhand nimmt David den obdachlosen Terry bei sich zuhause auf – die ultimative Glaubensprüfung. Terry raucht nicht nur, säuft und hört nachts laut Heavy Metal, nein, er lässt auch ungefragt seine ebenso lasterhafte Freundin Lexi ins Pfarrheim einziehen. Hat sich David den Teufel persönlich ins Haus geholt? (Hard:Line Film Festival)

Auch Nächstenliebe kennt ihre Grenzen
Nach seiner leidenschaftlichen Predigt über Nächstenliebe vor den spärlich besuchten Reihen seiner Kirche bleibt Priester David eigentlich nichts anderes übrig als den scheinbar obdachlosen Terry, der die Messe als Rückzugsort für ein Nickerchen nutzte, für eine paar Nächte bei sich zu Hause aufzunehmen – Weihnachten steht schließlich vor der Türe! Eine folgenschwere Entscheidung, die den Geistlichen nicht nur an die Grenzen der Nächstenliebe, sondern auch die des Wahnsinns treibt. Mit “The Leech” beschert uns das Hard:Line Film Festival auch noch ein viertel Jahr nach der besinnlichen Weihnachtszeit eine rabenschwarze Horror-Satire im Festtags-Setting, dass das Publikum zunächst mit spaßiger Situationskomik und schneidenden Dialogen in den Bann zieht, während sich im Hintergrund langsam der Wahnsinn bündel, um sich schließlich im grotesken Finale Bahn zu brechen.

Dabei funktioniert “The Leech” gleichermaßen als bitterböse Abrechnung mit religiösen Werten als auch als zynischer Horror-Spaß, auch wenn der Horror selbst erst im letzten Akt zutage kommt – dann aber mit Schmackes! Davids gemächlicher Abstieg in den Wahnsinn lebt von der kammerspielartigen Inszenierung und den amüsanten Interaktionen seines diametralen Zweier- und später auch Dreiergespanns und holt dabei das Maximum aus seinem begrenzten Setting heraus. Ein echter Geheimtipp – und das nicht nur für Weihnachtsmuffel!

Fazit
Ein amüsanter Abstieg in den Wahnsinn!
Wie hat Dir „The Leech“ gefallen?

