Out of the Blue – Gefährliche Lust [2022] Kritik

Titel Out of the Blue – Gefährliche Lust
Genre Thriller, Erotik
Jahr2022
FSK16
RegieNeil LaBute

Heimkinostart: 23.03.2023

Ein filmgewordener Drei-Groschen-Roman

Es gab eine Zeit, da erfreuten sich Erotikthriller großer Beliebtheit in Hollywood. Was in den späten 80ern mit Mickey Rourke und Kim Basinger in „9 1/2 Wochen“ begann, fand mit Paul Verhoevens „Basic Instinkt“ im Jahr 1992 seinen Höhepunkt und zog sich noch bis in die frühen 2000er. Bruce Willis, Meg Ryan, Michael Douglas, Sharon Stone: Die Liste der A-Liga-Prominenz, die ungeniert ihre Hüllen fallen ließ, ist lang und nicht weniger beeindruckend. Doch wie jeder Hype ging auch dieser irgendwann zu Ende. Umso erstaunlicher, dass das Genre mit „Out of the Blue“ nun plötzlich ein Revival feiern möchte – natürlich stilecht mit einem echten Hollywood-Sternchen in einer Hauptrolle!

Out of the Blue 2022 ©Plaion Pictures

Und darum geht es…

Connor Bates ist ein junger Mann, der wegen Körperverletzung im Gefängnis saß. Jetzt jobbt er in einer Bücherei und verbringt seine Freizeit mit Laufen, Schwimmen und dem Versuch, sein Leben wieder auf die richtige Spur zu bringen. Eines Tages lernt er Marilyn Chambers kennen, die Frau eines reichen Geschäftsmanns, der sie regelmäßig misshandelt. Zwischen den beiden entbrennt eine heftige erotische Beziehung und schon bald reden sie darüber, Marilyns Ehemann um die Ecke zu bringen. (Plaion Pictures)

Out of the Blue 2022 ©Plaion Pictures

Wieso Diane Kruger, wieso!?

In „Out of the Blue“ darf es „Inglourious Basterds“-Darstellerin Diane Kruger nun ihren Kolleg*innen gleichtun und sich ebenfalls der Leidenschaft eines knisternden Erotikthrillers hingegen – zumindest auf dem Papier. Einen Gefallen tut sich die aus Deutschland stammende Schauspielerin damit nicht. Der vollkommen aus der Zeit gefallene Film entpuppt sich als filmgewordener Drei-Groschen-Roman, der jegliches filmisches Handwerk vermissen lässt. Die unglaubwürdige Romanze verwechselt Liebe mit sexueller Anziehung – und selbst die ist zu keinem Zeitpunkt spürbar. Oberflächlicher kann ein Film kaum sein. So definieren sich Nebenfiguren ausschließlich über abgedroschene Klischees wie beispielsweise Connors Arbeitskollegin Kim, deren Brille sie zum Bücherwurm macht oder einen mies gelaunten Sheriff, der eben mies gelaunt ist. Figurenzeichnung? Fehlanzeige!

Out of the Blue 2022 ©Plaion Pictures

Ein verträumt-kitschiger Score dudelt vor sich hin und der Plot tut es ihm gleich. Zwischen zur zeitlichen Einordnung eingeblendete Texttafeln, die eigentlich keinerlei Bedeutung für die Geschehnisse haben, wohnt das Publikum ungelenken Sexszenen bei, die allesamt frei von Leidenschaft und gleichzeitig unglaublich prüde in Szene gesetzt sind. Statt knisternder Erotik herrscht unfreiwillige Komik, begleitet von hölzernen Dialogen und unglaubwürdigen Entwicklungen. Weder die Figuren noch deren Beziehungen werden im Laufe der Handlung ausgebaut. Alles scheint still zu stehen – auch wenn die Texttafeln etwas anderes behaupten. Nach einer nicht enden wollenden, leblosen Liebelei hält „Out of the Blue“ dann schließlich doch noch einige Thriller-Motive parat. So mündet „Out of the Blue“ am Ende in einem konstruierten, vorhersehbaren Finale, das qualitativ nahtlos an die vorangegangenen Minuten anknüpft. Das ist immerhin konsequent! 

Out of the Blue 2022 ©Plaion Pictures

Fazit

Ein Erotikthriller, ohne Erotik und Thrill!

Bewertung: 1 von 5.

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