| Titel | You Are Not My Mother |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2021 |
| FSK | 16 |
| Regie | Kate Dolan |
Heimkinostart: 23.03.2023
Die irische Antwort auf „Hereditary“?
„Mutter bezeichnet den weiblichen Elternteil einer Person.“ Auch wenn die Definition des Wortes Mutter gemäß dem beliebten Online-Lexikon Wikipedia rein sachlich betrachtet den Nagel auf den Kopf trifft, ist die Frau, die uns das Leben schenkte, natürlich weitaus mehr als diese nüchterne Analyse. Eine Mutter ist Zuneigung, Nähe und Verlässlichkeit zugleich. Ein Mensch, der uns bedingungslos liebt, echtes Interesse an unserem Wesen zeigt und da ist – komme was wolle. Im irischen Horrorfilm „You Are Not My Mother“ sieht die Lage jedoch ein kleines bisschen anders aus…

Und darum geht es…
Ein Baby sitzt weinend in einem Kreis aus Feuer, während eine ältere Frau ein Ritual zelebriert. Fünfzehn Jahre später: Char wird ausnahmsweise von ihrer Mutter zur Schule gefahren, die wegen Krankheit meist ans Bett gefesselt ist. Sie geraten in einen heftigen Streit, bevor Chars Mutter spurlos verschwindet. Viele Nächte voller Albträume vergehen für die schuldgeplagte Teenagerin. Bis ihre junge Mom eines Tages wieder auftaucht, so, als wäre nichts passiert. Doch sie wirkt seltsam verändert, ist lebendiger und irgendwie stärker. Und Char macht eine zutiefst grausige Entdeckung… (Plaion Pictures)

Suspense statt Jump Scares!
Guter Horror definiert sich vornehmlich über den gekonnten Aufbau einer dichten Atmosphäre, die sich wie ein Flächenbrand über die Leinwand verbreitet, um sich gemächlich auch auf die Zuschauer*innen zu übertragen. Suspense heißt das Zauberwort und nicht etwa Jump Scares oder billige Schockmomente. Kate Dolan scheint ihr Handwerk diesbezüglich zu einwandfrei beherrschen. In ihrem Regiedebüt, dem Horrorfilm „You Are Not My Mother“, stellt die irische Filmemacherin ihr Talent für atmosphärische Bilder und den Einsatz von stimmungsvoller Musik eindrucksvoll unter Beweis. Trotz guter Ansätze lässt das, aus ihrer Feder stammende Drehbuch diese Präzision jedoch ein wenig vermissen.

Mit seinem großen Vorbild, dem modernen Horror-Klassiker „Hereditary“, kann sich der entschleunigte Familien-Horror leider nicht messen. Das angerissene Familiendrama bleibt ähnlich oberflächlich wie die kurzen Ausflüge in den von Mobbing begleiteten Schulalltag von Char. Für ein ernstzunehmendes Drama geht das Skript an diesen Stellen einfach nicht tief genug. Dagegen kann auch der gut aufspielende Cast nicht ankämpfen. Nichtsdestotrotz weis „You Are Not My Mother“ als stimmige Horror-Unterhaltung zu überzeugen. Auch wenn Dolan in ihrem ersten Langfilm nicht alles genauso vermitteln kann wie beabsichtigt, machen ihre ersten Gehversuche verdammt neugierig auf noch folgende Projekte – dann hoffentlich mit einem ausgefeilteren Drehbuch.

Fazit
Atmosphärischer Familien-Horror aus Irland!
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