| Titel | The Long Night |
| Genre | Horror |
| Jahr | 2022 |
| FSK | 18 |
| Regie | Rich Ragsdale |
Heimkinostart: 24.02.2023
Eine lange langweilige Nacht
Es ist selten eine gute Entscheidung, wenn ein Pärchen das hektische Treiben der Großstadt zugunsten der idyllischen Ruhe der gottverlassenen Provinz hinter sich lässt – zumindest wenn dies im Rahmen eines Horrorfilms wie im Fall von „The Long Night“ geschieht. Als Protagonist*innen des okkulten Horrorthrillers treffen Grace und Jacke, wie vielen anderen Leinwandpaaren vor ihnen auch, auf das reine Grauen, als sie sich irgendwo im Nirgendwo im tiefen Süden der USA einquartieren.

Und darum geht es…
Seit vielen Jahren versucht Grace schon dem mysteriösen Verschwinden ihrer Eltern auf den Grund zu gehen. Die Einladung eines Mannes, der angeblich Informationen für sie hat, führt sie und ihren Freund Jack in den Süden der USA und hinein in ihr Verderben! Am verlassenen Haus des Mannes angekommen, bekommen die beiden es nämlich mit den Mitgliedern eines gefährlichen Kults zu tun, die eine dunkle Prophezeiung erfüllen wollen! (Splendid Film)

Ein böser Kult
Mit gestochen scharfen Drohnenaufnahmen und dem Einsatz von hochwertigen Objektiven lassen sich heutzutage selbst die geringsten finanziellen Mittel kaschieren. So wirkt auch „The Long Night“ in seinem begrenzten Setting rein visuell betrachtet höchst professionell und ansprechend in Szene gesetzt. Erst auf den zweiten Blick sieht man dem fast ausschließlich auf zwei Personen begrenzten Genrefilm sein schmales Budget an. Das Skript ist nicht mehr als eine lose Skizze einer Geschichte, der Cast wirkt mit seinem hysterischen Schauspiel nahe dem Overacting maßlos überfordert und die wenigen, wirklich atmosphärischen Horror-Momente wiederholen sich ständig. An welchen Stellen gespart wurde, ist stets zu erkennen.

Statt echtem Horror herrscht ereignislose Langeweile. In Anbetracht der repetitiven Traumsequenzen und den immer gleichen Aufnahmen von düsteren Gestalten, die sich um lodernde Fackeln und kryptische Symbolen scharen, ist es nicht verwunderlich, dass das erhoffte Gefühl von Horror ausbleibt. Obwohl die Bilder, die sich in den Vordergrund drängenden Soundkulisse zu keinem Zeitpunkt widerspiegeln können, dröhnt der ohrenbetäubende Score unbeirrt vor sich hin und verheißt Schrecken, der seinesgleichen sucht – ohne in jemals zu finden. In den raren Momenten, in denen “The Long Night” dann tatsächlich funktionieren könnte, wird das Publikum von den profillosen Figuren schnell wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Das alles resultiert in einem immer wieder unfreiwillig komischen Horrorfilm, der trotz all dessen stellenweise echtes Potenzial durchschimmern lässt. Aber eben nur schimmern…

Fazit
Tolle Optik, wuchtiger Sound und nichts dahinter!
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