Guillermo del Toros Pinocchio

Not another Pinocchio Film…! Nach der unsäglichen Realverfilmung, die uns Disney vor wenigen Monaten vor die Nase gesetzt hat, ist ein weiterer Film über die sprechende Puppe, die so gerne ein echter Junge wäre, das Letzte, wonach die Filmwelt verlangt hat – wäre da nicht Guillermo del Toro! Ein Name, der Cineasten und Filmfans sofort aufhorchen lässt und große Hoffnungen weckt. „Das Ergebnis ist ein großartiger Film“, sprach er – und seine Nase wuchs und wuchs…

Guillermo del Toros Pinocchio ©Netflix

Handlung

Nach dem tragischen Tod seines Sohnes Carl fällt der alleinerziehende Tischler Gepetto in ein tiefes Loch. Berauscht vom Alkohol schnitzt der trauernde Vater eine Puppe aus Holz, um nicht mehr alleine sein zu müssen. Als er am nächsten Morgen aufwacht, kann er seinen Augen nicht trauen – die Puppe lebt!

Guillermo del Toros Pinocchio ©Netflix

Kritik

Während der Tischler Gepetto im originalen Kinderbuch „Abenteuer des Pinocchio“ durch das Zurechtschnitzen eines sprechenden Holzscheits eher zufällig zum Adoptivvater einer lebendigen Holzpuppe wird, war es in der ersten Disney-Verfilmung der unerfüllte Kinderwunsch des alleinstehenden Mannes, der ihn dazu antrieb. Im Jahr 2022 erfährt die Entstehungsgeschichte des hölzernen Jungen nun ein nochmal deutlich emotionales Update. Was die vor wenigen Monaten erschienene Realverfilmung „Pinocchio“ bereits grob angerissen hat, wird in „Guillermo del Toros Pinocchio“ jetzt zum tragenden Element des Films: Gepetto hatte einen Sohn – und Pinocchio soll diese leere füllen!

Guillermo del Toros Pinocchio ©Netflix

Ein emotionales Motiv, das leider nur auf dem Papier funktioniert! Mit seiner deutlich erwachseneren Version der bekannten Erzählung thematisiert Guillermo del Toro zwar durchaus interessante neue Aspekte wie Krieg, Verlust und Trauer, schafft es dabei aber nicht, sein Publikum zu berühren. Im direkten Vergleich ist „Guillermo del Toros Pinocchio“ der furchtbaren „Pinocchio“ Realverfilmung alleine erzählerisch und visuell meilenweit voraus, sonderlich spannend ist aber auch seine Stop-Motion-Interpretation, der im Original schon unspektakulären Geschichte, nicht geworden. Und doch machen der einzigartige Look und die unverkennbare Handschrift des „Hellboy“-Regisseurs die Netflix-Produktion zum bisher besten Film über den hölzernen Jungen namens Pinocchio – die Konkurrenz ist aber auch nicht sonderlich groß!

Guillermo del Toros Pinocchio ©Netflix

Fazit

Guillermo del Toros düstere Interpretation ist der Disney Realverfilmung meilenweit voraus – besonders gut ist sie trotzdem nicht!

Bewertung: 2.5 von 5.

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